Premiere: WASHED OUT – „MISTER MELLOW“

 

Langeweile. Faulheit. Totale Teilnahmslosigkeit. Ist es nun schon eine so genannte Quarter Life Crisis – oder einfach nur eine Ausrede, um bloß nie erwachsen werden zu müssen? Fragen wie diese sind die Eckpunkte jener Welt, in die Washed Out mit seinem ambitionierten neuen Visual-Album Mister Mellow aufbricht.

 

Klanglich lässt Mister Mellow die von Synthesizern dominierten Sounds der letzten Veröffentlichungen genauso hinter sich wie jenen „Band-Sound“, den man auch schon auf Vorgänger-Veröffentlichungen via Sub Pop (USA) bzw. Domino (Europa) hören konnte. Stattdessen dominieren auf Mister Mellow Collage-Techniken à la musique concrète sowie die Herangehensweise von Plunderphonics-Vertretern wie z.B. The Residents: Free Jazz, House, Hip-Hop und Psychedelic haben allesamt ihren Platz, wo auch Interlude-artige Voiceover-Samples aufblitzen – z.T. aus anonymen YouTube-Vlog-Quellen.

 

Weil er seinen Ansatz wieder einmal neu erfindet und weiterdenkt, das Zeitgeschehen aufsaugt aber auch nie davor zurückschreckt, sich Trends zu widersetzen, wirkt es auch absolut logisch und passend, dass Greene nunmehr beim legendären Hip-Hop-Label Stones Throw gelandet ist – seit vielen, vielen Jahren schon erste Adresse für alle, die auf Beats stehen. Auch sein Verständnis davon, was ein Album heutzutage sein kann, ist alles andere als gewöhnlich: In einer Zeit, in der man einfach seine Singles zu Alben zusammenfasst und häufig auf einen einzigen Regisseur für die eigene Video-Identität setzt, hat sich Greene dazu entschlossen, gemeinsam mit 11 (Video-)Künstlern die visuellen Aspekte seiner Musik in den Vordergrund zu stellen – mit einem Visual-Album. 

 Bevor nun am 30.06.2017 das Album „Mister Mellow“ von WASHED OUT erscheint präsentieren wir euch schon mal einen kleinen Einblick.

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